Wie du im Eventbusiness trotz Stress glücklich bleibst

13.07.2015 - Tutorials, Eventjobs
Kaum eine Branche bietet spannendere und abwechslungsreichere Jobs als die Eventbranche. Events werden von langer Hand geplant – um dann oftmals kurzfristig nochmals umgestellt zu werden. Leere Räume werden innert Stunden in Erlebniswelten umgewandelt, Eventhighlights die sonst nur für auserlesene Besucher gedacht sind, können aus nächster Nähe miterlebt werden.

Dass die Medaille bei aller Faszination bisweilen auch eine Kehrseite hat, wissen die meisten, die schon seit einiger Zeit im Eventbusiness Zuhause sind. Lange Arbeitszeiten, mühsame Kundenwünsche, hohe Verantwortung: Sagen wir es so: Man wird nicht jünger in der Eventbranche. 

Gemäss US Magazin Forbes gehört das Eventbusiness zu den 10 stressigsten Berufsfeldern die es gibt. Die anderen Top10 Plätze gehen grösstenteils an Sicherheitsberufe (Soldaten, Polizisten, Feuerwehrmänner) oder Medienschaffende (Fotographen, Reporter, Schauspieler). 

Eventschaffende befinden sich also mit ihrer Arbeitsbelastung in einigermassen illustrer Umgebung- und wer keinen Stress mag, tut sicher gut daran, wenn er von Beginn weg einen grossen Bogen um die Eventbranche macht. 

Wir haben bei Prof. Dr. Guy Bodenmann, einem der rennomiertesten Stressforscher der Schweiz nachgefragt, wie Eventprofis
am besten mit Stress umgehen können, wie man merkt, dass es sich beim Erschöpfungszustand nicht mehr bloss um Übermüdung handelt und was es aus seiner Sicht braucht, damit man im Eventbereich gesund alt werden kann. 
 
eventmagazin: Herr Bodenmann, gemäss US Magazin Forbes gehören die Eventberufe zu den stressigsten Jobs der Welt. Weshalb glauben Sie, dass genau diese Jobs trotzdem auf viele Menschen eine grosse Faszination ausüben?
 Prof. Dr. Guy Bodenmann: Stress kann auch als Kick gesehen werden. Man spricht in dem Falle vom sogenannten Eustress. Eventberufe können diese Art von Eustress hervorrufen, solange man sich als der Lage gewachsen einschätzt, Freude an der Tätigkeit hat und eigenen kreativen Spielraum hat.
 
Lange Arbeitszeiten, wenig Schlaf, hohe Kundenansprüche, viel Verantwortung. Wie gehen Eventschaffende am besten mit diesen „Stressfaktoren“ um?
Ungesund ist vor allem chronischer Stress. Dieser setzt der Gesundheit zu und schwächt das Immunsystem. Es gilt daher auch in der Eventbranche sich immer wieder Freiräume für Regeneration zu schaffen und die Zeit, in welcher weniger Events stattfinden für Stressausgleich zu nutzen. Während der Hochstressphasen empfiehlt es sich, die Situation als Herausforderung zu sehen und trotz allem auf einen einigermassen gesunden Lebensrhythmus mit angemessener Bewegung und Ernährung zu achten.
 
Wie merkt man als Eventschaffender, dass man einen Gang tiefer schalten muss? Welche Warnhinweise gibt es, die man zwingend beachten sollte?
 Wenn man körperliche Stresssymptome spürt wie Schlafstörungen, Verdauungsstörungen oder Herzkreislaufstörungen dann sollte man dringend einen Gang tiefer schalten. Dasselbe gilt, wenn man psychisch eine geringere Belastbarkeit wahrnimmt, dünnhäutiger und schneller gestresst wird und länger für die Regeneration benötigt.

Was sind die Voraussetzungen, damit viel Arbeit nicht zum ausbrennen führt?
Wichtig sind folgende Faktoren: Selbstverpflichtung im Sinne einer starken Identifikation mit der Tätigkeit und einer dadurch hohen inneren Motivation, Kontrolle im Sinne von persönlicher Einflussnahme auf Entscheidungen und Handlungsabläufe,  Erkennen von Sinn in der Tätigkeit und einer gewissen Bedeutung und Wichtigkeit dessen, was man tut sowie Gratifikation, d.h. dass man für den Aufwand auch entsprechend entschädigt wird. Diese Entschädigung kann finanzieller Natur sein, eine Karriereperspektive beinhalten oder aber sozialer oder ideeller Art sein. Einfach Freude und Befriedigung an der Tätigkeit zu empfinden kann ebenfalls Gratifikation sein, allerdings in der Regel nicht auf Dauer allein.
 
Haben Sie einen persönlichen Geheimtipp, den Sie anwenden, wenn in Ihrer Arbeit die Belastung zu gross wird?
Ja, ich arbeite hart und konzentriert, wenn ich arbeite und schalte völlig ab, wenn ich nicht arbeite. Diese Trennung schafft zwei Welten, die sich dadurch gut auseinanderhalten lassen und die Zeit für Regeneration unangetastet lässt. 


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