Es war einmal...

Es war einmal...
Es war einmal…

… ein kleines süßes Mädchen, das hatte jedermann lieb, der sie nur ansah, am allerliebsten aber ihre Großmutter.(…) Einmal schenkte sie ihm ein Käppchen von rotem Samt, und weil ihm das so wohl stand, und es nichts anders mehr tragen wollte, hieß es nur das Rotkäppchen. Eines Tages sprach seine Mutter zu ihm: "Komm, Rotkäppchen, da hast du ein Stück Kuchen und eine Flasche Wein, bring das der Großmutter hinaus; sie ist krank und schwach und wird sich daran laben.“

Wer kennt sie nicht, die Märlierzählungen der Gebrüder Grimm? Doch hätten Sie sich als Kind vorstellen können, dass im handgeflochtenen Korb statt hausgemachtem Kuchen ein edler Hummer an Trüffeljus und ein teurer Tropfen Champagner statt dem regionalen Wein liegen? Einfach unvorstellbar.

Und einfach, das ist genau das Stichwort. Was im Märchen erzählt wird, ist längt kein altmodischer Kram mehr. Die hausgemachten Speisen, das über Jahrhunderte bewährte Hausrezept der Grossmutter, zurück zur traditionellen Küche, danach strebt die Gesellschaft.

Es ist heute…

… wieder der Wunsch nach Einfachheit tief in uns. Traditionelle Speisen, die original zubereitet und vor allem authentisch und echt präsentiert werden, stehen im Kundenfokus.

Doch warum sehnen wir uns zurück nach Grossmutter’s Küche und möchten am liebsten in die Vergangenheit flüchten? Mit diesen Fragen haben sich nicht nur wir, sondern auch das Gottlieb Duttweiler Institut (siehe .u.g. Studien) beschäftigt. Und auch hier ist es mit der Antwort eigentlich ganz einfach: Die Welt wird durch die zunehmende Digitalisierung immer schneller und komplexer.

Gerade in der Event-Branche treffen wir täglich hunderte von Entscheidungen und dies in immer kürzeren Abständen. Komplexität ist fast schon das Gift für unsere Seelen. Wir haben keine Zeit mehr langwierige Entscheidungen abzuwägen, zu bewerten, zu hinterfragen. Steht eine Veranstaltungsplanung an, benötigen wir möglichst rasch das Angebot, das uns berührt, über das wir nicht gross nachdenken müssen und welches wir am liebsten gleich aus dem Bauch heraus wählen.

Die Welt ist klein geworden und  dank zunehmender Mobilisierung verlieren wir täglich ein Stück mehr  unserer Wurzeln, denn horizontale Flexibilität ist mittlerweile eine Grundvoraussetzung im Berufsalltag. Folglich sind wir seltener daheim, häufiger unterwegs. Der Mensch sehnt sich nach Heimat, nach Ruhe und wünscht sich, weniger Entscheidungen treffen zu müssen.

Und hier scheint die Gastronomie fast schon das erhoffte Paradies an Möglichkeiten zu sein. Hier kann man das „gute Alte“ noch mit allen Sinnen erleben, schmecken und berühren. Hier begegnen wir dem, was wir schon aus unserer Kindheit und den Märlis kennen:  Einem wärmenden Gefühl in uns, das sofort Geborgenheit auslöst. Wenn wir also in der Livekommunikation eben diese Emotion bei unseren Gästen erreichen wollen und ihnen eine Auszeit aus dem alltäglichen Stress ermöglichen wollen, dann ist es Zeit, neu zu denken.

Und neu ist in diesem Fall alt.